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Karwoche

Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein. (Lk 23,43)

Für dich: Selbst der echte Verbrecher hat noch immer eine Chance, warum dann nicht du?

 Liebe Freunde!
Und wieder ist es so weit: Ostern naht mit raschen Schritten. Davor gibt es jedoch noch die Karwoche, die selbst das Schillernde unseres Lebens zum Ausdruck bringt: Nix is so wirklich einfach - gerade der Krieg in relativer Nähe macht uns das bewusst. Ist heutzutage Neutralität das selbe, wie vor 66 Jahren? Und wenn nicht, darf oder soll man sie trotzdem nicht aufgeben? Dreht die Welt Russland den Ölhahn ab, dann geht denen zwar das Geld für weitere Kriegshandlungen aus, aber wir haben viel zu wenig Öl, um Wirtschaft und Heizungen auf dem Laufenden zu halten. Welche Berichte bekommen wir und wie viel "Fake" ist darin?

Das ist aber nicht nur in der hohen Politik so, jeder weiß, wie schwer so manche Dinge selbst im Kleinen zu lösen sind. In Partnerschaft und Familie, bei Erbschaftsfragen oder schlicht, wenn sich jemand ungerecht behandelt "fühlt". Gefühle sind schwer wegzudiskutieren und zumindest für den Betreffenden Tatsachen. Vieles davon haben wir in den vergangenen Jahren auch bei Corona und den verschiedensten, einander widersprechenden Formen, damit umzugehen, erlebt.
Die Karwoche führt uns in der Liturgie die menschliche Widersprüchlichkeit, manche würden sagen "Ambivalenz", vor Augen.

Es beginnt mit dem Jubel am Palmsonntag bei Palmweihe und Palmprozession und er darauf-folgenden Messe mit der Passionsgeschichte. Dann folgt der Gründonnerstag: Die Apostel feiern Pessach, das jüdische Osterfest, in dessen Rahmen Jesus das tut, das wir in jeder Hl. Messe (Abendmahlsfeier) wiederholen. De Facto ist dies das Erstkommunionsfest der Jünger Jesu! Danach beginnt im Ölgarten das Gebet Jesu, in dem er "Blut schwitzt" und in der Folge von Judas verraten wird. Die "Ölbergstunde" nach der Gründonnerstagsliturgie bringt das besonders zum Ausdruck: Freude über die Gegenwart des Herrn im Sakrament der Eucharistie, Betroffenheit über seine Gefangennahme.
Karfreitag Tod Jesu und Karsamstag Erinnerung an das Begraben-Sein des Herrn bilden den Höhepunkt betroffenen und besinnlichen Still-Seins, bis dann in den österlichen Jubel, "Halleluja", ausgebrochen werden darf.

Jetzt einmal der Palmsonntag: Es wird die Einzugserzählung und die Passionsgeschichte aus dem Lukasevangelium genommen, Lesungen sind das 3. Lied vom Gottesknecht des Propheten Jesaja und der Christushymnus aus dem paulinischen Philipperbrief:
https://www.erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.html?datum=2022-04-10
Besondere Aufmerksamkeit will ich auf zwei Worte legen: Im Evangelium zur Palmweihe spricht Jesus zu den Pharisäern über seine Jünger: "Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien" (Lk 19,40b) Und nach dem Tod Jesu in der Passionsgeschichte der Messe sagt der römische Hauptmann: "Wirklich, dieser Mensch war ein Gerechter." (Lk 23,47b)
Lukas lässt vor allem die Jünger beim Einzug Jesu in Jerusalem jubeln. Das erregt bei der "Elite" großes Ärgernis. Natürlich auch Angst, denn man könnte bei den Römern in Misskredit geraten. Auch da spüren wir, wie sich die politisch Verantwortlichen einfach schwer tun. Ein religiöser Neuaufbruch könnte den relativen Frieden mit den Römern bedrohen. Deswegen muss dieser Aufbruch um jeden Preis verhindert werden.
Nicht umsonst ist es gerade ein Römer, sogar der Hauptmann der Besatzungsmacht, der feststellt, dass Jesus ein "Gerechter" ist, wonach seine Hinrichtung ein Unrecht ist ... da "schreit" zwar kein "Stein", aber der in jüdischen Augen Ungläubige, bringt diesen Glauben zum Ausdruck.

Vor uns steht also eine Woche, die uns dramatisch mit der Ambivalenz menschlicher Realität konfrontiert. Sie lädt uns ein, ein erneutes "Ich glaube" in er Osternacht und in er Osterzeit zu sprechen. Das bedeutet: "Ich vertraue dem Gott, den das Weltall nicht fassen kann und der schon immer vor dem Urknall war und auch nach dem Ende all dessen, das uns umgibt immer sein wird, dass er uns wirklich urpersönlich liebt."
Und das macht uns in all den Turbulenzen unserer Zeit zu "mit Abstand 🐘😉zu den besten"Leuchttürmen und Shooting-Stars eines besseren Lebens.
In diesem Sinne wünsche ich euch allen eine gesunde und friedvolle Karwoche!
Euer Pfarrer Bernhard Mucha

PS: Mittendrin in den Herausforderungen unserer Zeit werden in den kommenden Tagen und Wochen die Pfarrgemeinderäte konstituiert. Bitte um Euer aller Gebet und Eure tatkräftige Unterstützung für die Entwicklung einer christlich-humanistischen Welt, im Kleinen vor Ort und im "gemeinsamen Haus" unserer Erde.

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