Mein Sohn bist du. Ich habe dich heute gezeugt. (Hebr. 5,5b) Für dich: Und das gilt auch für dich – ihm bist du wichtig!
Liebe Freunde!
Er hat es wieder getan: Papst Franziskus hat seine 4. Enzyklika veröffentlicht, "DILEXIT NOS!" ="Er hat uns geliebt". Mit diesem Pauluszitat aus dem Brief an die Römische Christengemeinde beginnt dieses Schreiben, das von der Liebe Gottes, die uns Jesus durch seine herzliche Liebe lebendig vor Augen führt, handelt. Und er hat sie knapp vor Abschluss der Bischofssynode veröffentlicht. An diesem Wochenende geht sie zu Ende. Obwohl von Anfang an klar war, dass diese Synode nicht große rechtliche oder strukturelle Reformen mit sich bringen wird, werden einige ihre Enttäuschung über den mangelnden Fortschritt zum Ausdruck bringen, andere ihren Ärger darüber, dass es heute auch im Vatikan keine Tabus mehr zu bestimmten Themen gibt. Und da bringt Franziskus seine spirituelle Enzyklika ins Spiel, die der Menschheit entgegenruft, dass jeder, wer auch immer er ist, von diesem unendlichen Gott und seinem menschgewordenen Sohn geliebt ist ...
Nun, jetzt können die einen meinen: Ein geschicktes Ablenkungsmanöver einer gescheiterten Synode, andere vielleicht, dass der Papst sich jetzt erst recht verraten habe, wo bleibt denn der strenge und strafende Gott, vor dem wir uns in unserer Jugend noch gefürchtet haben?
Auch wenn in den heutigen Bibelstellen das Wort Liebe nicht vorkommt, handeln sie durchwegs von einem aus Liebe handelnden Gott:
https://schott.erzabtei-beuron.de/jk30/SonntagB.htm?datum=2024-10-27&r=1
Und es ist sicherlich kein Zufall, dass im Tagesgebet das Wort Liebe doch vorkommt 😉!
In der ersten Lesung führt Gott sein Volk, mit allen Menschen, auch jenen, die gerade eingeschränkte Beweglichkeit besitzen "heim" aus der Fremde, in die sie gejagt worden oder geflohen sind. Der Antwortpsalm besingt die Freude über Gottes Wohltaten. Die zweite Lesung zeigt uns Jesus als den Sohn, dem Gott unendlich vertraut. In der neutestamentlichen Sprache dürfen wir alle uns als geliebte Kinder ("Söhne /und Töchter") wissen. Und auch die Heilung des blinden Bartimäus zeigt einen Jesus, der für alle Menschen, besonders die Bedürftigen, ein liebendes Herz hat.
Persönlich denke ich, dass der Papst helfen möchte, sehend zu werden gegenüber allem, was heute wirklich wichtig ist: Da sind die Not vieler Menschen, der Schrei der verwundeten Natur, die aufbrechende globale Polarisierung Vieler, eine wachsend-aggressive Verachtung "der Anderen", wie Religionen, Weltanschauungen, Nationen, Menschenrassen, ... Und da braucht es eine neue, von herzlicher Liebe erfüllte Sicht auf das Leben und die Welt. Sollten wir nicht für uns, für unsere Politiker, für einen neuen Wiener Erzbischof rufen: "Rabbúni, ich (er, sie) möchte(n) sehen können." (Mk 10.51b)?
Mit einem derartigen Blick werden wir "Pilger der Hoffnung", die fähig sind, als strahlende Leuchttürme🗼 und belebende Shooting-Stars 💫 mit und wie Maria ein Herz füreinander zu haben, damit eine Atmosphäre der Zuversicht in die Zukunft wächst,
das wünscht Euer Pfarrer Dr. Bernhard Mucha