Wir haben ja nicht einen Hohepriester, der nicht mitfühlen könnte,
mit unseren Schwächen, sondern einen, der in allem war wie wir,
(außer der Sünde) (Hebr 4,15)
Für dich: Durch Jesus kennt Gott auch unsere Gefühle und
lebt, leidet, liebt mit dir
Liebe Freunde!
"Der/die Erste" sein - das tut den meisten Menschen gut. Das beginnt schon beim kleinen Kind: "Erster" kann man sie oft vor Begeisterung rufen hören. In Meiner Kindheit haben Kinder mancher Familien, wenn sie den Teller geleert haben, "Kaiser!" gerufen, wenn sie die ersten warn. In vielen Spielen und im Sport geht es um das "Erste/r" sein, auch bei Wahlen. Im sehr guten Religionsunterricht, den ich im Gymnasium hatte, haben wir die klassischen, von Thomas von Aquin und anderen stammenden "Gottesbeweise" gelernt, die letztendlich beweisen sollten, dass die christliche Religion "die Beste" wäre. Also auch da "ERSTER!😉".
Ich glaube, dass die Sehnsucht, "Sieger" zu sein, nicht falsch ist, sie gehört zu uns Menschen und sie ist auch eine Orientierungshilfe, auf einem guten Entwicklungsweg zu sein. Sie ist aber auch gefährlich, weil sie beginnt, Menschen einzuordnen. Genau darauf nimmt das aktuelle Evangelium Bezug:
https://schott.erzabtei-beuron.de/jk29/SonntagB.htm?datum=2024-10-20&r=1
An diesem Sonntag wird der "Weltmissionssonntag" begangen. Obwohl das Christentum, im Gegensatz zu vielen anderen, ausgesprochen missionarisch ist, hat "Mission" für viele einen bitteren Beigeschmack.
Der Missionsauftrag Jesu wurde von vielen als Bestätigung gefunden, dass WIR Christen nicht nur "die Guten", sondern die Besten wären und dass deshalb die ganze Welt sich unserer europäisch gewachsenen christlichen Kultur anzupassen oder gar zu unterwerfen habe. Ausnahmen, wie Franz Xaver oder Josef Freinademetz hat es in der Geschichte immer wieder gegeben, welche die gewachsene Kultur ernst genommen und integriert haben. Aber erst mit dem 2. Vatikanischen Konzil hat die katholische Kirche die Wertschätzung anderen Religionen und Weltanschauungen gegenüber lehramtlich festgehalten.
Dabei brauchen wir nur auf Jesus zu achten: Er macht klar, dass es nicht um das "Erster Sein", sondern um das "füreinander da sein" geht, oder wie er es sagt "einander Dienen". Ich bin davon überzeugt, dass es eben dieser Fähigkeit bedarf, um uns gegenseitig zu helfen, eine christlich-menschliche Kultur des 21. Jahrhunderts zu entwickeln, die auch zu Frieden führt. Diese Fähigkeit ist eine gewachsene innere Haltung und keinesfalls Ergebnis guter Worte oder schön-klingender Lippenbekenntnisse.
So werden wir "Pilger der Hoffnung", die fähig sind, als strahlende Leuchttürme🗼 und belebende Shooting-Stars 💫 mit und wie Maria einander zu dienen, damit eine Atmosphäre der Zuversicht in die Zukunft wächst,
das wünscht
Euer Pfr. Dr. Bernhard Mucha