Nimm Onesimus auf, nicht mehr als Sklaven, sondern als weit mehr: als geliebten Bruder. (Phlm 9,16a) Für dich: Die Beziehung zu Christus macht alle zu Geschwistern auf Augenhöhe.
Liebe Freunde!
Gestern fragte mich ein Erstklässler knapp vor dem Schulgottesdienst in einer meiner Pfarrkirchen: "Wozu gibt es eine Kirche?" Und spannenderweise reagierten einige Klassenkameraden sofort: "Für die Erstkommunion", "damit Kinder getauft werden können, du hast ja meine Schwester getauft", "für Begräbnisse, damit Tote in den Himmel kommen", "weil da Gott am Kreuz hängt, wieso eigentlich?", "Weil wir da drin still sein sollen" (es war übrigens, wie vor den meisten Schulgottesdiensten eher laut) - Ich war über die Fülle der Antworten von Erstklässlern sehr überrascht - noch mehr, als ich von der Religionslehrerin hörte, dass nur ganz wenige von ihnen TeilnehmerInnen des Religionsunterrichts werden würden.
Eine wirklich gute Frage des Erstklässlers, der gerade den 5. Schultag hat: "Wozu gibt es eine Kirche?" Wo zu gibt es die Kirche in unseren Ortschaften? Was bedeutet sie?
Haben sich die Erbauer unserer Kirchen in den vergangenen Jahrhunderten verkalkuliert, wenn manche jetzt geschlossen oder verkauft werden müssen, wie jene Erbauer des Turms, von dem im Evangelium die Rede ist?
https://schott.erzabtei-beuron.de/jk23/SonntagC.htm?datum=2025-09-07&r=1
Oder, was will Jesus sagen, mit der Forderung auf den ganzen Besitz zu verzichten?
Es scheint jedenfalls so zu sein, als würden die christlichen Kirchen Europas in manchem wieder an den Anfang geschickt - wie bei "Mensch ärgere dich nicht". oder bei anderen Brettspielen: Zurück an den Anfang, oder wie bei einem abgestürzten Computer: Restart.
"Warum gibt es die Kirche(n) in fast allen Orten Europas und der meisten Länder der Welt?" Auch die alttestamentliche Lesung aus dem Buch der Weisheit ist an diesem Sonntag voller Fragen - dort wird die Antwort in der Weisheit (Gottes) gefunden. In der 2. Lesung aus dem Philemonbrief findet sich eine weitere, spannende Antwort: Christen sollen an einer geschwisterlichen Welt bauen, in der es keine Unterschiede, dafür aber umso mehr gemeinschaftliche Verbundenheit gibt.
Und im Evangelium gibt es auf eine Antwort-Frage eines Kindes ebenfalls Hinweise: Die Kirche gibt es, "weil wir dort Gott am Kreuz sehen - aber warum?" Dieser Gott am Kreuz will, dass die Menschen mit den alltäglichen Lasten (= Kreuzen) ruhig und souverän umgehen - aus Liebe und Sorge füreinander,, mit ihren Kräften möglichst gut haushalten und ihren Besitz als etwas betrachten können, das sie verantwortlich macht für das gemeinsame Wohlergehen. Und er zeigt, dass er mit all seiner Liebe und seiner Leidenschaft für uns Menschen in der Mitte der Menschen, in der Mitte ihrer Gemeinden für alle da ist, auch für jene, die nicht an ihn glauben (können oder wollen).
Die Kirche ist in den Orten, damit viele Menschen die Kraft entwickeln, mit und wie Maria strahlende Leuchttürme🗼 und belebende Shooting-Stars 💫 für eine von Frieden, Liebe und Hoffnung erfüllte Welt zu werden,
das wünscht Euch Euer Pfarrer Dr. Bernhard Mucha