Christus ist unter euch, die Hoffnung auf Herrlichkeit. (Kol 1, 27b)
Für dich: Er selbst begleitet uns auf dem Pilgerweg der Hoffnung
Liebe Freunde!
"Fleißig sein", "hart arbeiten" - das sind Werte und Verhaltensweisen, die wahrscheinlich zu allen Zeiten für Menschen, gerade auch in der Erziehung, größte Bedeutung hatten und haben. Die Aufbruchszeit nach dem 2. Weltkrieg vor 80 Jahren wäre ohne diese Haltung wohl kaum derartig dynamisch geworden. Wohlstand, Technik, Soziales und Gesundheit hätten keinen derartig hohen Level, wie wir ihn heute kennen.
Wir beobachten aber auch anderes: Einseitige Entwicklungen auf Kosten des ökologischen und des persönlich-psychischen Gleichgewicht sind auch eine Folge, Probleme der Umwelt, des Klimas und Burn-Out ...
Maria und Martha im heutigen Evangelium mögen da ein besonderes Beispiel geben:
https://schott.erzabtei-beuron.de/jk16/SonntagC.htm?datum=2025-07-20&r=1
Was Jesus sicher nicht sagen will: Fleiß zugunsten anderer wäre schlecht. Er kommt wohl nicht zuletzt wegen der Gastfreundlichkeit des Hauses der Geschwister Maria, Martha und Lazarus gerne mit seinen Jüngern in dieses Haus. Er weist aber auch auf eine andere Wirklichkeit hin, die ebenfalls von Bedeutung ist: Das "Verweilen-Können": Aufmerksames Hinhören und Beobachten, still und scheinbar "untätig" Sein stellen ebenfalls einen bedeutenden Wert dar. "Burn-Out" der Umwelt, des Klimas und der Psyche sind Folgen der einseitigen Orientierung auf Leistung und Profit.
Irgendwie frage ich mich, ob nicht auch der Schwund der Glaubenspraxis in Europa damit zu tun hat: Über Jahrzehnte (Jahrhunderte?) haben viele den gesellschaftlichen Druck und die kulturelle Selbstverständlichkeit christlicher Traditionen für "Glauben" gehalten und nicht gemerkt, dass das nurmehr Hüllen sind. Die noch fleißigere Verkündigung in Schule und Sakramentenpastoral, Aktivitäten in Pfarrcafes und Pfarrfesten haben vieles noch länger aufrecht erhalten ... und es ist gut, dass wir die Martha-Typen haben, die das weiterhin tun!
Wir brauchen aber auch die Maria-Typen - in jedem von uns und in unseren Gemeinden: Menschen, die Wort Gottes in Schrift und Schöpfung hören, die verweilen können und aus der stillen Beobachtung wieder echtes (Glaubens)Leben zum Wachstum bringen, das einem "Ausbrennen" entgegen wirkt.
Als "Pilger der Hoffnung" gehen wir voran, brauchen aber auch die stillen Orientierungspausen so, dass wir mit und wie Maria strahlende Leuchttürme🗼 und belebende Shooting-Stars 💫 für eine von Frieden und Leben erfüllte Welt werden, das wünscht Euch Euer Pfarrer Dr. Bernhard Mucha