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Von der benediktinischen Arbeitsmoral lernen

Am Sonntag 15.05. vor 125 Jahren erschien die erste päpstliche Sozialenzyklika "Rerum Novarum" und wurde damit der Grundstein für die Entwicklung der katholischen Soziallehre gelegt. Papst Franziskus hat mit "Laudato si" der Soziallehre ein "momentum" verliehen.

Heute ist ein dramatischer Umbruch in der Arbeitswelt im Gang. Wie können wir diesen Wandel im Sinne eines guten Lebens gestalten?

Bereits im 600 Jahrhunder!t hat der Heilige Benedikt  mit seinen Ordensregeln ein, wir wir meinen, auch  für die heutige Arbeitswelt und Wirtschaft für alle Zeiten gültiges Regelwerk geschaffen, das ein "gutes Leben" garantiert.

Hier ein Auszug aus dem Vortrag der Sr Natanaeler OSB, Orden von der ewigen Anbetung, gehalten am 23.10.2015 im Rahmen der AMG Akademie im Stift Heilgenkreuz.

Der Heilige Benedikt empfiehlt: 

1. Wachsamkeit vor der Selbstdefinition über die Arbeit (RB 57,1-3)
Etwas zu können, gut ausgebildet zu sein, sei wichtig, doch solle diese Gabe „in aller Demut" ausgeübt werden und nicht zur Selbstdarstellung dienen, denn der Mensch sei „immer mehr als seine Arbeit".

2. Wachsamkeit vor Profitgier
So dürfe sich bei der Festlegung der Preise nicht das Übel der Habgier einschleichen. Vielmehr empfahl Benedikt, solle man sogar immer etwas billiger als außerhalb des Klosters verkaufen, damit es für andere ohne z.B. unüberwindliche finanziell Grenzen leistbar bleibe und „in allem Gott verherrlicht werde" (vgl. RB 57,7-9).

3. Einsatz aller ist gefordert, gewollt, gebraucht – je nach Maß und jeweiligen Kräften
Die Würde des Menschen liege darin begründet, seine entsprechenden Fähigkeiten zum Wohl der Gemeinde einbringen zu können. Dabei solle man weder müßig noch überfordert sein (vgl. RB 48, 24+25).

4. Gebetsauftrag
Benedikt legt den Menschen nahe, in ihrer jeweiligen Situation die Gebetszeiten zu halten „so gut sie können", wozu er die Verantwortung total an den Einzelnen zurückgibt, denn das Ziel sei dabei, die Beziehung zu „Gott aufrecht zu halten und wachsen zu lassen", so Gmoser.

5. Wertschätzung vor der Arbeitsleistung der anderen
Man solle sehen, welche Mühe es den anderen kostet, etwas herzustellen und daher – wenn etwas zerbricht oder verloren gehe – den Fehler selbst bekanntmachen, auch weil die Arbeitsleistung des anderen dahinter stehe, schloss Gmoser.

Der gesamte Vortrag kann unter www.amg-akademie.at /Rückblicke mehr...nachgelesen werden:  http://www.amg-akademie.at/read/read.aspx?id=30699

 

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